Anis

(Pimpinella anisum)

Anis | Heilpflanze des Jahres 2014alte und regionale Bezeichnungen:
Arnis, süßer Kümmel

Anis gehört zur Familie der Doldenblütler (Apiaceae) und blüht von Juli bis September. Sie stammt vermutlich aus dem östlichen Mittelmeergebiet und Vorderasien. Heute wird sie in Gebieten mit gemäßigten Klima kultiviert.

Anis hat schon bei den alten Hochkulturen eine lange Tradition. Heilkundlich wird sie bereits 1500 v. Chr. im Pappyrus Ebers erwähnt. Durch die Benediktinermönche kam der Anis dann im 8.Jhd. nach Mitteleuropa und wurde selbst in der Landgüterverordnung Karl des Großen (ca. 795) aufgeführt. Schon damals wurde die Pflanze für eine Vielzahl von Erkrankungen eingesetzt und hat bis heute neben der Volksmedizin einen hohen Stellenwert in der modernen wissenschaftlichen Phytotherapie.

Zu Heilzwecken verwenden wir die stark aromatisch riechenden Früchte. Man bereitet aus den getrockneten Früchten entweder einen Tee oder legt sie für einige Tage in Alkohol, um so eine Tinktur herzustellen. Das aus den Früchten gewonnene ätherische Öl wird in der Aromatherapie genutzt und auch in Salben verwendet.

Am bekanntesten ist vermutlich die Anwendung bei Erkältungskrankheiten. Durch seine antibakterielle, antientzündliche und die Luftwege erweiternde Wirkung ist Anis ein hervorragendes Mittel bei Bronchitis. Wegen der milden und beruhigenden Wirkung ist bei einer trockenen Bronchitis immer auch an Anis zu denken. Die zweite arzneiliche Hauptanwendung liegt bei den Verstimmungen des Magen-Darm-Traktes. Hier wirkt er entspannend, blähungswidrig und fördert die Verdauungssäfte. Neben Kümmel, Fenchel und Koriander ist Anis Bestandteil im 4-Winde-Tee, der bei Säuglingen und den 3-Monats-Koliken von unschätzbarem Wert ist. Volksheilkundlich sei noch seine Verwendung als Emmenagoga (Menstruations fördernd), Laktagoga (Milch fördernd) und als Aphrodisiaka (Lst fördernd) erwähnt.

Als Nebenwirkungen treten selten allergische Reaktionen auf der Haut und auf den Schleimhäuten des Atem- und Verdauungstraktes auf. Vor allem die direkte Anwendung des ätherischen Öles sollte mit Bedacht stattfinden.

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